PLATTEN FÜR NIEMAND
Janek Aalto
Imaginäre goldene Scheiben — was hätte mitgeschickt werden können, wenn die Auswahl heute, in Ruhe, getroffen würde.
Plates 01 – 06 von 11
- Plate 01 MMXXIV–MMXXVI
- Plate 02 MMXXIV–MMXXVI
- Plate 03 MMXXIV–MMXXVI
- Plate 04 MMXXIV–MMXXVI
- Plate 05 MMXXIV–MMXXVI
- Plate 06 MMXXIV–MMXXVI
Aalto stellt eine Frage in elf Tafeln: Wenn eine Scheibe gepresst würde, ohne Eile, ohne Komitee, ohne Anspruch — was wäre auf ihr eingraviert? Die Serie zeigt elf solcher hypothetischer Platten. Jede ist rund, jede in einem matten Goldton gehalten, jede trägt eine eigene Notation: Diagramme, Wellenlinien, Pflanzenumrisse, Schemata einer Hand, die einer anderen Hand zuwinkt.
Was die Tafeln verbindet, ist ihre Vorsicht. Keine Botschaft ist abgeschlossen. Aalto lässt Platz zwischen den Zeichen — leere Ränder, halbe Diagramme, eine Notation, die nach zwei Takten abbricht. Die Platten verweigern, repräsentativ zu sein. Sie sind Vorschläge, nicht Zusammenfassungen.
Bildnotiz
Die Vorlagen entstehen als Kupferätzungen in Originalgröße. Aalto bürstet die geätzten Stellen mit Pigment aus, scannt das Ergebnis, legt eine dünne digitale Goldschicht darüber. In der Druckform wird das Verfahren umgekehrt: Ein Blattgold-Element, von Hand aufgebracht, betont eine Stelle, die in der Vorlage nur angedeutet war.
Die Tafeln tragen keine Titel im klassischen Sinn, nur Nummern. Aalto bittet darum, dass Betrachterinnen die Reihenfolge selbst festlegen. Wer die elf Platten aneinanderreiht, schreibt unwillkürlich eine eigene Botschaft — und merkt dabei, wie wenig sich von einer Sprache mitschicken lässt, deren Empfänger nicht feststeht.
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