Series MMXXVI Plate i/xxiv
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Serie · MMXXIV–MMXXV

SATURN, IN GRAU

Cornelius Reimer

Acht Schwarz-Weiß-Studien der Ringe — Streifen, Schatten, das schmale Band, in dem die Linie zerbricht.

Plates 01 – 06 von 08

Reimer entzieht dem Saturn die Farbe und gewinnt dadurch seine Linie. Acht Tafeln, jede in einem Ausschnitt, der das Auge zwingt, ohne Orientierungspunkte zu lesen: die Ringe als Bänder, mal scharf, mal verwischt, mal von einem Schattenstreifen unterbrochen, dessen Herkunft im Bild selbst nicht erklärt wird.

Die Serie verzichtet auf die ganze Form. Der Planet ist nie zentral; in einigen Tafeln ist er gar nicht zu sehen. Was bleibt, ist das Verhältnis von Linie zu Lücke — und der Versuch, eine Ordnung zu zeichnen, die nicht aus geraden Linien besteht, sondern aus parallelen Krümmungen, die einander nicht ganz folgen.

Bildnotiz

Reimer beginnt mit Kohle auf weißem Bogen. Die Striche werden in mehreren Durchgängen aufgebracht, abgewischt, neu gezogen. Was an Schwärze stehen bleibt, ist nicht gemalt, sondern erarbeitet. Im zweiten Schritt scannt er die Tafeln und überträgt sie in eine digitale Tonkurve, die an die Grauskala alter Silbergelatine-Drucke erinnert; einzelne Tafeln werden zusätzlich als Print in dieser Technik ausgegeben.

Was die acht Tafeln zusammenhält, ist die Frage nach dem Spalt. Reimer interessiert sich für jene Stelle, an der die Bänder unterbrochen sind — wo die Linie aufhört, ohne zu enden. In jeder Tafel taucht ein solcher Spalt auf, manchmal kaum sichtbar, manchmal so breit, dass er die Komposition trägt.

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