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Serie · MMXXIV–MMXXV

MARS, IM ABENDROT

Helene Vossberg

Vierzehn Landschaftsstudien aus einer Stunde, die es auf dem Mars nicht gibt — gemalt, als gäbe es sie doch.

Plates 01 – 06 von 14

Die Serie versammelt vierzehn Landschaftstafeln, die alle dieselbe Stunde zeigen: jenen schmalen Streifen zwischen Tag und Nacht, in dem das Licht auf einem trockenen Planeten zu Staub wird. Vossberg nennt diese Stunde “die rostige Stunde”, und sie hat sie nicht beobachtet, sondern erfunden — aus Lesungen, aus Erinnerungen an Wüstenreisen, aus dem langen Ausschauen nach einer Farbe, die zwischen Kupfer und Asche liegt.

Jede Tafel zeigt einen anderen Ausschnitt einer fiktiven Geographie: einen flachen Krater, einen ausgewaschenen Höhenrücken, eine Ebene, in der sich der Wind in spiralförmigen Spuren festgesetzt hat. Die Horizonte sind hoch gelegt; der Himmel nimmt selten mehr als ein Drittel des Bildes ein. Was unter dem Himmel liegt, ist warm, beinahe haptisch — eine Fläche, auf die das Licht nicht fällt, sondern in die es einsinkt.

Bildnotiz

Vossberg arbeitet in mehreren Schichten. Eine grundierte Acrylfläche, in die sie Pigmente einreibt, wird abfotografiert und digital weitergeführt; das fertige Bild trägt beide Ebenen sichtbar in sich. Die Spuren des Pinsels bleiben unter dem späteren Eingriff erkennbar, manchmal als feines Korn, manchmal als grobe Bruchkante.

Was die Serie zusammenhält, ist nicht ein Motiv, sondern eine Temperatur. Die vierzehn Bilder lassen sich in jeder Reihenfolge betrachten; jede Reihenfolge ergibt eine andere Erzählung. Die Künstlerin selbst empfiehlt, mit der Tafel zu beginnen, die am wenigsten Himmel zeigt. Von dort aus, sagt sie, öffne sich der Planet von allein.

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