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Serie · MMXXV

GÜRTEL, ABSTRAKT

Mara Lindqvist

Zwölf Tafeln über einen Raum, der dichter erzählt wird, als er ist — der Asteroidengürtel als Bildidee.

Plates 01 – 06 von 12

Wer den Asteroidengürtel als Wolke aus Felsen denkt, wird in dieser Serie enttäuscht. Lindqvist zeigt einen Raum, der weniger dicht ist als sein Mythos — und zugleich dichter als jede Beschreibung. Ihre zwölf Tafeln sind keine Darstellungen einzelner Körper, sondern Untersuchungen einer Verteilung: punktförmige Setzungen, locker, fast zufällig, in einem Feld, das mehr Leere als Material zeigt.

Die Bilder verzichten auf Erzählung. Es gibt kein Vorne, kein Hinten, keine Bewegungslinien. Lindqvist setzt Punkte und Striche, sie variiert Dichte, sie lässt Felder offen. Was als Komposition stehen bleibt, ist eine Lesart von Streuung — wie groß ein Abstand sein darf, bevor er aufhört, ein Verhältnis zu sein.

Bildnotiz

Die Künstlerin arbeitet auf weißem Grund mit dünn aufgetragenem Öl, in das sie Spachtelmasse mischt. Die einzelnen Markierungen sind reliefartig erhöht; im Streiflicht wirft jeder Punkt einen eigenen Schatten. Die anschließende digitale Schicht legt das Bild in ein gedämpftes Grau, beinahe in einen Dunst.

Lindqvist sagt, sie habe lange gezögert, bevor sie die Serie öffentlich zeigte. Ihr Verdacht: Wer Asteroidengürtel sagt, denkt an Spielfilmsequenzen, an dichte Trümmerfelder. Die zwölf Tafeln wollen das Bild leerräumen, ohne es zu widerlegen. Was übrig bleibt, ist ein Vorschlag — ein Raum, in dem Distanz selbst zur Form wird.

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